Jubiläumstagung „20 Jahre SbE-Bundesvereinigung“: "Viel erreicht und noch viel vor!"

 

Bild Open Space

Vom 3.- 5. Juni 2016 fand die Jubiläums-tagung „20 Jahre SbE-Bundesvereinigung – 1996-2016“ statt – und wir sind dankbar und noch bewegt von den interessanten Gesprächen, dem guten fachlichen Austausch und von der schönen Atmosphäre!  

 

Dazu haben die vielen Mitglieder beigetragen, besonders auch die Vorstandsmitglieder aus früheren Jahren, und dazu auch die Gäste, die als enge langjährige Wegbegleiter zu uns gekommen waren. Nicht nur das Inhaltliche, auch die perfekte Organisation, das liebevolle Ambiente und vor allem die hervorragenden kulinarischen Einzelheiten haben die Tagung zu einem wirklich würdigen Jubiläum gemacht, nach dem sich alle zufrieden auf den Weg nachhause gemacht haben.

 

 "Viel erreicht und noch viel vor!"

Unter dieser Überschrift trafen sich 80 Teilnehmende aus dem gesamten deutschsprachigen Bereich, um zurück und in die vor uns liegenden Herausforderungen zu blicken. Vor 20 Jahren, Anfang der 1990er Jahre, war Einsatznachsorge im deutschsprachigen Raum noch nahezu unbekannt. Inzwischen hat die Unterstützung von Einsatzkräften nach belastenden Ereignissen in (fast) allen Rettungsorganisationen, Feuerwehren und Polizeien einen festen Ort gefunden. Was die SbE-Bundesvereinigung seit ihrer Gründung am 2. Juli 1996 mit dem zuvor in den USA entstandenden Critical Incident Stress Management nach Deutschland gebracht, übersetzt und später mit einer modifizierten Ausbildung auf europäische Bedingungen übertragen hat, ist heute allgemein anerkannt und gewinnt zunehmende Bedeutung auch über den Bereich des Katastrophenschutzes hinaus. SbE hat in all den Jahren knapp 4000 Psychosoziale Fachkräfte und Peers in 772 Kursen (und 12.624 Kursplätzen) geschult. Sie arbeiten in über 100 regionalen und organisationsinternen Teams. Die SbE-Standards wurden in die bundesweiten "Qualitätsstandards und Leitlinien zur PSNV" (hrsg. vom BBK) in Gänze übernommen. 2014 wurde mit der Gründung der SbE-Institut gGmbH ein weiterer Schritt zur strukturellen Weiterentwicklung gegangen und etliche neue Themenkurse wurden entwickelt.

Zum Jubiläum waren in diesem Jahr besonders auch die "alten" Weggefährten eingeladen. Der Vorsitzende Oliver Gengenbach begrüßte die Vorstandsmitglieder auch früherer Jahre und bedankte sich für deren engagierte und z.T. sehr langjährige Arbeit. Besonders würdigte Oliver Gengenbach die anwesenden Mitglieder des ersten Vorstands, die mit ihm zusammen am 2. Juli 1996 die SbE-Bundesvereinigung gegründet hatten: Joachim Müller-Lange, Dr. Andreas Müller-Cyran, Joachim Häcker und Kerstin Schönlau. Bernd Lubojatsky und Bernd Falk konnten leider nicht kommen. Gengenbach würdigte insbesondere die wichtige Rolle des ersten langjährigen Vorsitzenden Joachim Müller-Lange, dessen „Impulse und mutigen Initiativen der Einsatznachsorge in Deutschland das Feld bereitet und viele zu eigenem Engagement inspiriert“ hätten. Er hob sodann das Engagement der Vorstandsmitglieder, der Koordinatoren und Fachlichen Leiter der hundert Einsatznachsorge-Teams, der Trainer und aller Psychosozialen Fachkräfte und Peers hervor, die als „Augen und Ohren“ in den jeweiligen Organisationen dafür arbeiten, dass keine Einsatzkraft nach belastenden Ereignissen allein bleiben muss.


Gengenbach bedankte sich auch bei den Gästen: bei Thomas Mitschke, Leiter der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ), der trotz eines laufenden Hochwassereinsatzes nach Witten gekommen war und im Namen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) in einem persönlich gehaltenen Grußwort Dank und Anerkennung für das intensive, kompetente und verlässliche Engagement der SbE-Bundesvereinigung in all den Jahren aussprach; bei Dr. Jutta Helmerichs (BBK), bei Jutta Diederich (ASB) und Thomas Lenfert (Bundespolizeiakademie) für die langjährige gute Kooperation; bei der Vorsteherin des Diakoniewerks Ruhr Oberin Diakonisse Marianne Anschütz sowie Ellen Westkamp und Jutta Zachhuber vom Lukas-Zentrum für die Unterstützung der SbE-Geschäftsstelle in Witten und der hervorragenden Unterbringung und Verpflegung der Tagungsgäste und Kursteilnehmer im SbE-Ausbildungszentrum in all den Jahren.


Der stellvertretende Vorsitzende Dr. Andreas Müller-Cyran würdigte das außergewöhnliche Engagement des Vorsitzenden Oliver Gengenbach und bescheinigte ihm „auch nach 20 Jahren nicht nachlassende Kreativität und Initiativkraft“.


"Viel erreicht und noch viel vor! Was können wir als SbE-Teams aus Erfahrungen lernen - und auf welchen Wegen gehen wir in die Zukunft?"
Wichtige Erfahrungen aus der Vergangenheit auf den Punkt zu bringen und herauszufinden, wo die Herausforderungen der Zukunft liegen und welche Ansatzpunkte es gibt, um auch in den kommenden Jahren erfolgreich zu arbeiten – dazu arbeiteten die Teilnehmer mit der Methode des open space, einer vielfach erprobten Konferenztechnik. Hansjörg Federmann, Arbeitspsychologe und Organisationsberater, hatte dieses spannende Gruppenverfahren sorgfältig vorbereitet. Sehr angeregt und vielfältig in vielen Gesprächsrunden wurden Ergebnisse zusammengetragen, die in einem Berichtsband ihr direktes Ergebnis fanden.


Zu Beginn des Tages hatte Prof. Dr. Olaf Neumann, Berlin, einen Vortrag zur „Salutogenese: Die Bedeutung von Peers für die Resilienz im Einsatzwesen“ gehalten. Er verdeutlichte den großen Wert des Peer-Prinzips und stellte es in einen größeren Zusammenhang. Dieser ausgezeichnete Vortrag war sowohl Vergewisserung und Bestätigung wie Benennung des Frag-würdigen und damit ein perfekt bereichernder Beitrag zum Jubiläum, der in die konzeptionellen Überlegungen für die zukünftige Arbeit der SbE-Bundesvereinigung eingehen wird.

Nach der inhaltlichen Beschäftigung und dem Dank an die engagierten SbE-ler stand das Feiern bei bestem Kabarett, Wetter und Buffet auf der Tagesordnung. Der über die Grenzen bekannte Kabarettist Ingo Vogl, selbst Rettungssanitäter und Leiter des Kriseninterventionsteam Salzburg sprach zum "Notfall aus der Vogl-Perspektive"! Wie Vogl es schaffte, das gesamte Tagungsgeschehen gewissenhaft zu kommentieren und „auszuwerten“, das muss man selbst erlebt haben: jedenfalls verflogen die eineinhalb Stunden (nach einem langen Tag!), ohne dass nur eine/r müde wurde! Danach gab es ein köstliches Festbuffet und einen lauschigen Abend im LukasZentrum, der erst am Sonntag früh zuende ging...


An die Tagung schloss sich am Sonntag wie in jedem Jahr die Mitgliederversammlung der SbE-Bundesvereinigung an.


Besonders begeistert waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmern von der perfekten Vorbereitung und Organisation dieser nicht unaufwändigen Jubiläumstagung, die in den Händen der Geschäftsführerin Birgit Sudek und von Andrea Hanefeld und Susanne Merkelbach lag. Wie immer fühlten sich die Teilnehmer im Tagungshaus LukasZentrum außerordentlich wohl.


Im nächsten Jahr findet die 22. SbE-Jahrestagung vom 12.-14. Mai 2017 in Witten statt.

 

Download: Aktuelles_Jahrestagung_2016 (PDF)

Downlad: Programm Jahrestagung 2016 (PDF)

Download: Vortrag Prof. Olaf Neumann "Salutogenese" (PDF)